Transfrauen möchten ihren Bart dauerhaft entfernen lassen, was häufig mit hohen Behandlungskosten verbunden ist. Die Linke kritisiert, dass die Krankenkassen diese Ausgaben nur unter bestimmten Bedingungen übernehmen.
Die Kosten für eine sogenannte Nadelepilation müssen ausschließlich in Arztpraxen übernommen werden. Diese Behandlungen werden jedoch kaum noch angeboten, „weil es sich wirtschaftlich nicht lohnt“. Ellena Schumacher Koelsch, Linken-Spitzenkandidatin für die Landtagswahl, spricht sogar von einem „Systemversagen“. Wenn Transfrauen die Behandlung bei einer Kosmetikerin durchführen lassen, müssen sie die Kosten selbst tragen.
Die Nadelepilation in Kosmetikstudios wird von den Krankenkassen nicht übernommen. „Ein Anspruch, der nur auf dem Papier, nicht aber in der Realität existiert, ist ein eklatantes Systemversagen“, heißt es weiter. Als Alternative steht zwar eine Laserepilation zur Verfügung, die jedoch nicht bei jedem wirkt. Die Politikerin fordert die Landesregierung in Baden-Württemberg daher auf, dringend zu handeln und zeitnah eine Lösung für die Betroffenen zu finden.
Die Nadelepilation ermöglicht eine dauerhafte Haarentfernung, indem die Haarwurzel durch elektrischen Strom zerstört wird, sodass an dieser Stelle kein neues Haar mehr nachwächst. Da in ganz Baden-Württemberg keine Arztpraxis diese Methode mehr anbietet, ist nun eine andere Lösung erforderlich. Besonders brisant: Bis 2020 war es anscheinend gängige Praxis, dass die Krankenkassen die Nadelepilation im Kosmetikstudio bezahlten. Mit einem Urteil des Bundessozialgerichts im Jahr 2020 wurde eine Neuregelung der Abrechnung verlangt. Stattdessen führte dies deutschlandweit zu einem plötzlichen und weitreichenden Wegfall dieser Kassenleistung – ohne Vorwarnung oder Ausweichmöglichkeiten für Betroffene.







