Immer mehr Menschen bezahlen inzwischen mit Karte, dem Smartphone oder sogar der Smartwatch. Der Trend ist eindeutig: Elektronische Zahlungsmethoden setzen sich zunehmend durch. Nur noch wenige möchten im Portemonnaie nach Scheinen oder Münzen kramen. Und doch gilt gerade die deutsche Bevölkerung als besonders bargeldaffin – viele schätzen das vertraute Gefühl von Bargeld in der Hand.
Umso größer ist die Aufregung über ein Gerücht, das derzeit im Netz kursiert: Angeblich plant die Europäische Union ein Bargeld-Verbot, das bereits im Jahr 2027 in Kraft treten soll. In sozialen Netzwerken verbreitete sich diese Behauptung in den letzten Tagen rasant – und löste bei vielen Menschen Besorgnis aus.
Keine Abschaffung von Bargeld geplant
Die gute Nachricht: An dieser Behauptung ist nichts dran. Ein generelles Bargeldverbot ist weder geplant noch realistisch. Auch in Zukunft wird es in der EU möglich sein, mit Scheinen und Münzen zu bezahlen – sofern man das möchte. Konkrete Pläne zur Abschaffung des Bargelds gibt es aktuell nicht. Im Gegenteil: „Wir arbeiten an neuen Banknoten, da wir heute und in Zukunft auf Bargeld setzen“, betonte Piero Cipollone, Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank.
Falschinformationen im Netz
Trotzdem sorgen gezielte Falschmeldungen in sozialen Medien immer wieder für Verunsicherung. Dabei steckt hinter der aktuellen Debatte in Wahrheit ein ganz anderes Projekt: der digitale Euro.
Der digitale Euro – Ergänzung, kein Ersatz
Die Europäische Zentralbank plant die Einführung eines digitalen Euro, der als zusätzliches Zahlungsmittel neben Bargeld und Kartenzahlung existieren soll. Er soll weder Bargeld ersetzen noch zur Pflicht werden. Vielmehr könnten Verbraucher künftig gebührenfrei mit dem digitalen Euro bezahlen – etwa online oder über spezielle Apps.
Im Juni wurde dazu ein erster Gesetzentwurf vorgelegt. Allerdings wird noch darüber diskutiert. Kritiker äußern insbesondere Bedenken in Bezug auf Datenschutz und Privatsphäre.
Fazit: Ein Bargeldverbot ab 2027 ist nicht geplant. Wer weiterhin mit Bargeld zahlen möchte, wird das auch in Zukunft tun können.







