Verteidigungsminister Boris Pistorius arbeitet an einem neuen Gesetz zur Reform des Wehrdienstes. Hintergrund ist der anhaltende Personalmangel bei der Bundeswehr. Neben finanziellen Engpässen fehlt es vor allem an ausreichend Soldatinnen und Soldaten – eine Situation, die die Bundesregierung dringend ändern will.
Nun sind erste Details der geplanten Reform durchgesickert. Pistorius hat offenbar ein klares Konzept, wie er neue Wehrdienstleistende gewinnen möchte. Bis zum Jahr 2029 sollen insgesamt 114.000 junge Menschen den neu gestalteten Wehrdienst absolvieren und im Anschluss der aktiven Reserve zur Verfügung stehen. Der Dienst soll freiwillig bleiben – eine allgemeine Wehrpflicht ist nicht vorgesehen. Der offizielle Gesetzentwurf soll Ende August vorgestellt werden.
Neuer Ablauf: Fragebögen und Auswahlverfahren
Wenn das Gesetz wie geplant verabschiedet wird, sollen die neuen Regelungen ab Januar 2026 in Kraft treten. Dann erhalten alle jungen Männer und Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren einen Fragebogen. Für Männer ist das Ausfüllen verpflichtend, Frauen können freiwillig teilnehmen. Geeignete Kandidatinnen und Kandidaten werden im Anschluss kontaktiert und eingeladen.
Zum Start ist vorgesehen, mit 15.000 Freiwilligen zu beginnen. Ab dem Jahr 2027 soll zudem eine medizinische Musterung eingeführt werden – ähnlich wie bei der früheren Wehrpflicht.
Wehrpflicht nur im Notfall
Eine verpflichtende Einberufung zum Wehrdienst soll es laut Gesetzesentwurf nur im Krisen- oder Verteidigungsfall geben. Die Bundesregierung soll dann – mit Zustimmung des Bundestags – die Möglichkeit haben, eine Wehrpflicht kurzfristig einzuführen, wenn die sicherheitspolitische Lage es erfordert und die nötige Personalstärke nicht auf freiwilliger Basis erreicht werden kann.
Attraktivität durch höhere Bezahlung
Ein zentraler Bestandteil der Reform ist die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wehrdienstleistende. Um den Dienst attraktiver zu gestalten, sollen Freiwillige künftig rund 2.000 Euro netto pro Monat erhalten – vergleichbar mit dem Gehalt von Zeitsoldaten.
Ob das neue Gesetz tatsächlich wie geplant umgesetzt wird, ist derzeit allerdings noch offen.







