Für Roman Smith war seine Katze Gandalf die ganze Welt. Und für Gandalf war Smith seine Welt.
Smith war gerade einmal neun Jahre alt, als Gandalf – oder „Gannie“, wie er liebevoll genannt wurde – im Jahr 2003 zur Familie stieß. Es dauerte nicht lange, bis die beiden merkten, dass sie einander mehr liebten als alles andere auf der Welt.
„Ganz gleich, was ich durchmachte – Gannie war immer an meiner Seite. Jeden Morgen wachte ich auf und er war eng an mich gekuschelt“, erzählte Smith dem Magazin The Dodo. „Er war mein bester Freund, und ich liebte ihn von ganzem Herzen.“
Kurz nach Gannies Ankunft machten Smiths Eltern ein Foto der beiden Freunde. Darauf trug Smith ein orange-rotes Shirt und hielt Gandalf im Arm, der entspannt auf dem Rücken lag. Sowohl der Junge als auch die Katze wirkten rundum zufrieden.
„Ich bin froh, dass meine Eltern damals ein paar Fotos gemacht haben – Handykameras gab es 2003 schließlich noch kaum“, meinte Smith.
Im Laufe der Jahre wuchs die Bindung zwischen Smith und Gandalf immer stärker.
„Ein und dieselbe Katze über so viele wichtige Lebensabschnitte hinweg an meiner Seite zu haben, hat uns so eng zusammengeschweißt, wie es zwischen Mensch und Tier nur möglich ist“, sagte Smith. „Von Teenager-Krisen bis hin zu wichtigen Karriereentscheidungen – Gannie war immer da.“
Neben seiner Rolle als Smiths bester Freund übernahm Gandalf laut Smith auch die Herrschaft über alle anderen Haustiere der Familie.
„Er war ein kleiner, temperamentvoller Feuerball“, erinnerte sich Smith. „Wir hatten mehrere große Hunde und noch andere Katzen – und Gandalf war der König. Gleichzeitig war er unglaublich liebevoll. Schon bei der kleinsten Berührung schnurrte er und wollte immer mit seinen Katzenspielzeugen spielen.“
In den letzten Lebensjahren wurde Gandalf ruhiger und verbrachte noch mehr Zeit mit Smith – fast so, als hätte er gespürt, dass seine Zeit knapp wurde.
„Seine Beweglichkeit ließ nach, und … sein Wesen wurde sanfter“, erzählte Smith. „Er wurde ein echter Gefährte für mich, lag immer neben mir, während ich Videospiele spielte.“
„Ein wenig Feuer hatte er trotzdem noch – besonders wenn er Hunger hatte“, fügte Smith mit einem Lächeln hinzu. „Wenn sein Futter nur ein paar Sekunden zu spät kam, ließ er es alle wissen. Seine Präsenz erhellte jeden Raum. Man fühlte sich sicher – einfach, weil er da war.“
Leider ging Gandalfs Leben zu Ende. Doch bevor Smith sich von seinem besten Freund verabschiedete, zog er ein oranges Shirt an, stellte ein Stativ auf und machte ein letztes gemeinsames Foto – eine Nachstellung des Bildes von vor 20 Jahren. Anschließend postete Smith beide Fotos auf Reddit, wo sie tausende Aufrufe und Kommentare erhielten.
„Die Idee eines direkten Vergleichs hat mir gefallen“, sagte Smith. „Eine Kindheitskatze, die 20 Jahre lang lebt – das ist etwas ganz Besonderes. Dieses Bild zeigt einfach, wie lange wir zusammen waren.“
Gandalf ist zwar nicht mehr da, aber Smith wird ihn nie vergessen.
„Ich habe Gannie mehr geliebt als alles andere“, sagte Smith. „Sein Verlust hat ein riesiges Loch in meinem Herzen hinterlassen. Aber ich weiß, dass sich der Schmerz mit der Zeit in liebevolle Erinnerungen verwandeln wird. Ich freue mich auf den Tag, an dem mir sein Andenken zuerst ein Lächeln auf die Lippen zaubert – noch bevor es mir eine Träne ins Auge treibt.“







